Ein Feld voll Sehnsucht
Petra Noffz



1.

Ein Feld voll Sehnsucht
blühe mir
solange es mich gibt
Damit ich
an der Seele frier'
wenn man mich nicht mehr liebt

Ein Wald voll Kraft
erwachse mir
aus einer Liebe Kuss
Damit ich nie
den Mut verlier
und weiter suchen
muss.


2.

Möchte' Röntgenaugen haben
Dein Inneres besehn
Dich Dich sein lassen
Nur erfahren
Wo die Liebe hockt
Will hoffen dicht beim Herzen,
Wo sie sich dick machen soll
Von wo aus sie den ganzen Körper bewandern soll
Vor allem Augen, Hände, Hirn und Glied.


3.

BLITZ
durchfährt mich
zu WISSEN
es gibt kein Glück für dich
ohne mich

es ist an dir
das zu erkennen

was auch geschieht
ich bin das Wesen für dich

dein Freund und dein Mädchen
deine Mutter und dein Kind
deine Ratgeberin und deine Besser-Wisserin
deine Muse und Inspiranz
deine Heilerin und dein Trost
deine Gehilfin und deine Liebste

dein Ein und Alles


4.

Lehne mich zurück
Abwartend, was du tun wirst.
Deine zärtlichen Hände
kann ich schon in diesem Moment
auf meinem Körper spüren.
So stark ist der Wunsch,
mit dir zusammen zu sein.

Ich weiß nicht, was ich tun soll,
damit du mir gehörst,
also
spreche ich von Liebe.

Und du
Willst mich spüren lassen,
welche Liebe
in dir ist!

Deine Gefühle
folgen den meinen
und ich fühle mich tatsächlich
geliebt.

Mein Herz schmilzt
nicht wegen der Hitze der Leidenschaft
sondern
wegen der Wärme des Herzens.

Wohlig
seufze ich,
ungläubig noch-

dass du es zu deinem Bedürfnis machst,
mich von deiner Liebe
zu überzeugen.


5.

Wie du riechst!
Der Versuch, das zu beschreiben,
gerät zur Blasphemie

Fasziniert bin ich
von der Körperlichkeit deines Duftes,
dem es gelingt, mich vollständig
einzuhüllen

Wohin ich mich auch wende
bist DU

Greifen kann ich deine
Herbheit
Kraft
Stärke
MACHT

Gleichzeitig, was du tust
riechst du immer und immer
herrlich nach dir

Bist dir noch nicht bewusst der Möglichkeit,
meine Schwäche zu missbrauchen

Schenkst mir einfach,
was mir gehören soll

Deine Haut schmeckt,
wonach sie riecht
nach LIEBE zu mir


6.

Bin mit dir gegangen

Dorthin, wo niemand uns sieht,
weil es Nacht ist und kalt

Dorthin, wo nur du mich sehen kannst,
weil deine Wärme Mantel für mich ist

Und du siehst mich tatsächlich,
ich brache keinen Schutz vor dir

Es gibt keinen Schmerz jetzt,
denn du bist da

Ich bin geborgen
und schön bin ich auch

Meine Hülle ich gleich Gold,
weil du den Wert des Umhüllten
erkannt hast


7.

Meine Heimat
bist du geworden.

Keine Fragen mehr,
wo ich wohnen soll.

Bin Herrscherin
in deinem Reich.

Arm
bin ich lang genug gewesen.


8.

Abgrund
der Ort
an den du mir folgen willst
was RETTUNG
mir vielleicht bedeutet

Nur weißt du nicht
welch mächt'ger Herrscher
dämonisch freudvoll
Lust an mir verschafft sich

Spielball werd' ich
um der Echtheit ihrer Bosheit willen

Muss hinnehmen
dass meine Rettung nichtig
damit du gerettet bist

Muss hinnehmen
dass du verletzt
die eigene Unfähigkeit konstatierst
da ich dir
den Zugang zu diesem schrecklichen Ort
verwehre
an dem du
wie ich
gefoltert würdest

man dich fesselte
knebelte
in einen Sack steckte
dich wieder und wieder
in eine Wann voll abscheulicher Dinge tauchte

egal
welches Geheimnis du preisgibst
(wofür du dich hasst)

egal
welchem Gott du abschwörst
ob der Pein

du kannst deinen Verrat nicht verhindern
weil du fleischlich bist

du wirst weniger als nichts

dazu die ANGST

FURCHT bis ins Mark

du hast nicht geglaubt
dass es diesen Ort gibt
an dem ich
verbrannt geschnitten
gestochen gewürgt
geschlagen getreten
vergewaltigt
werde

und alles was
und alle die
mir lieb sind
mit mir

Wenn ich DICH liebe
wirklich liebe
tatsächlich liebe

Muss ich Dich
"Lass mich zu dir"
flehen lassen
OHNE
Dich zu erhören


9.

Sollte es
etwas geben an dir
dass zu lieben
ich nicht bereit wäre

So wie du bist
Schön

Von Kopf bis Fuß
vom Scheitel bis zu Sohle

von rechts und von links
von oben und unten
von hinten und vorn

von außen wie innen

Wie ich's auch betrachte
mir bleibt keine Wahl

Makel?
So da welche sind:
mitgeliebt

Fehler?
werden begangen
damit sie übersehen werden können


10.

VERRAT
kann nicht begangen werden

irgendetwas
dass eine Trennung
zwischen uns herbeiführen könnte

Betrug
Entehrung
Demütigung
Gewalt
Lieblosigkeit
Gleichgültigkeit

können Liebe
vergeblich werden lassen


11.

in mir
Sehnsucht
nach den Küssen
die einst
mir gehörten
die du nun
in Wirklichkeit
der anderen schenkst
aufgedrückt
auf meine Lippen
als Stempel
der manifestierten Untreue
wie eine verdorbene Frucht
unfähig
nun zur vollen Reife zu gelangen

dahinsiechend
röchelnd
in Traurigkeit verwesend
ob der Unfähigkeit
Geschehenes
wirkungslos zu machen


12.

weggeworfen

wie einen Fetz Papier
voller Klebrigkeit

derer du dich nicht entledigen kannst
wegen der männlichen Gier
nach lockender Süße

voll Abscheu
musst du nun entdecken
dass Ekel erregt
was einst das Liebste dir schien

da du eilen musst
keine Zeit dir bleibt
dich zu wenden
nach dem
was du übrig gelassen
von all der Pracht
all der Helligkeit

bedauernd ahnst du den Verlust
nicht wahrhaben wollend
die einzige Gelegenheit
vertan zu haben

den Betrug an dir selbst
hast du gewählt
geopfert
was hätte GLÜCK sein können


13.

Versuchung ist
Schmutz
nach dir zu werfen
der mich besudelt
als hätte er
einen Platz
für die Ewigkeit gefunden

Duldend
unter seiner Last zusammenbrechen?

Mit dem Finger auf mich
weisen die
die rufen
"Willkommen im Club!"

Will ihm keine Heimstatt geben
Will mit ihm nach dir zielen
Der du ihn an mir festmachtest

Würde nicht frei nun davon

Was bleibt mir?

Muss stellen mich
dem strömenden Regen
dem mich reißenden zerrenden Wind
damit ich den Schmutz
zur Bedeutungslosigkeit
herabwürdigen kann

und dir
Strafe geb'
indem du dein Ziel verfehltest

Bin rein nun
als wäre ich
dir
und ihm
NICHT BEGEGNET






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